Am Mittwochabend zeigt die ARD ein Feature zum Thema Internet, Online, Journalismus, blablablabla. Denn ihnen (der ARD) geht der Arsch massiv auf Grundeis. Der neue Entwurf zum Rundfunkstaatsvertrag sieht vor, dass 1. die ARD keine Unterhaltung mehr im Netz machen darf, dass sie 2. nur noch programmbegleitend online berichten darf und dass sie 3. die Inhalte nach sieben Tagen mehr oder weniger wieder löschen muss.
Dass das riesen Müll ist, dass somit die ARD im Netz nur schwer präsent sein kann, ist klar!
Aber nun versucht die ARD ernsthaft mit einem alten, röchelnden Sack, der kaum deutlich sprechen kann in ihrer gewohnt arroganten Art den Leuten zu erklären, warum das denn eigentlich so wichtig ist, dass die ARD im Netz massiv journalistisch vertreten ist.
Und wenn Herr Leif zurückgefletzt, eklig schwitzend und selbst angewidert von seinen Zuschauern in die Kamera raunt, warum man doch bitte dieses uninteressante Stück TV sehen muss, zeigt er auf einen Schlag ganz deutlich, was das Problem der ARD ist:
1. Sie ist nur mit sich selbst beschäftig.
2. Sie ist so arrogant, dass ihnen relativ egal ist, was der Zuschauer/Hörer/Nutzer denkt, solange die Kohle fließt.
3. Sie sehen sich so sehr als Platzhirsche, dass es einfach nicht in ihre verkalkten Schädel gehen will, dass sich kein Schwanz mehr für sie interessiert.
4. Sie können sich nur noch über ihre journalistischen Grundsätze retten - weil den Rest keiner sehen will.
5. Sie haben so sehr das Internet verpasst, dass sie jetzt im Jahre 2008 - kurz bevor alles zu spät ist - merken, dass da doch seit 15 Jahren irgendwas passiert wovon die alten Herren in ihren Gremien keine Ahnung haben.
Die können einem fast Leid tun. Zur Zeit beschäftigen sich in der ARD unzählige Gruppen mit dem Thema Onlinewelten. Man versucht sich mt Blogs, Podcasts, RSS-Feeds, Communitys, Angeboten noch und nöcher und hat eigentlich keinen richtigen Plan was die ARD online machen soll. Das ZDF hat erkannt, dass zumindest das Thema OnDemand funktioniert, politisch vertretbar ist und auch aktzeptiert wird.
Die ARD wollte dagegen die Mediathek schon im Herbst 2007 starten - bisher ist noch nichts zu sehen. In der Zwischenzeit haben es die einzelnen Rundfunkanstalten geschafft, ihre eigenen Mediatheken zu starten (siehe WDR, MDR, BR).
Laut neuem Rundfunkstaatsvertrag werden die Themen Unterhaltung und Service tabu für die ARD in Textform online. Es wird ein gepimpter Videotext mit vielen Videos und Dingen zum Nachhören.
Das grandiose ist: Es interessiert keinen. Die ARD veröffentlicht ihre Klickzahlen nicht. In der IVW-Wertung tauchen sie nicht auf. Grund: Es muss keine Werbung verkauft werden. Nachteil: Niemand weiß, ob die Angebote überhaupt genutzt werden. Und wenn ja, ob sie auch nur annährend mit dem RTL-Network oder dem Pro7-Network mithalten können.
Meine Meinung: Die ARD gehört ins Internet und auch sonst auf alle Plattformen, über die es Menschen erreicht. Derzeit interessiert sich zwar kein Mensch unter 60 mehr für das, was die Herren da machen, aber ein finanzierter journalistischer Ansatz muss sein, denn das was N24 und NTV verzapfen ist unter aller Sau! Und irgendwann werden auch die Generationen in der ARD ausgetauscht, vielleicht sitzen dann auch echte junge Menschen in den Rundfunkräten, die nicht nur ihre Macht ein wenig ausspielen wollen und sich für Randgruppen interessieren sondern die mal nachdenken, was den Einzelnen wirklich interessieren könnte.
Denn davon hat die ARD wenig im Angebot.
Tags: ARD, öffentlich-rechtlich, Klicks, online, Quoten, Rundfunkstaatsvertrag, ZDF
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