Keine Ahnung, was ich von Blogs halten soll. Ich weiß es wirklich nicht und es ist mir auch scheiss egal. Aber diese ganze Sphäre regt mich auf.

Als ich DEN “Web 2.0″ Film gesehen hab, hat es mir nach sagenhaften 28 Sekunden gereicht. ENDLICH hab ich kapiert, warum mir das alles so wahrig suspekt vorkommt. Diese Wichtigtuer-Blogs, diese Blogger, die bloggen, weil ihnen anders niemand zu hört. Oder die ganzen Journalisten, die jetzt bloggen, weil sie endlich ihre unwichtige Meinung tagtäglich und ohne Filter auf die wabernde Masse der Welt ablassen können.

Und es gibt sogar noch Menschen, die sich täglich damit auseinander setzen. Tatsächlich. Die jeden verdammten Blog lesen.

Zur Klarstellung: Ich lese auch Blogs. Musikblogs, Gossipblogs, PC-Blogs, Apple-Blogs. Weil ich da einfach jede Menge Infos und Tipps und anderes, brauchbares Zeug bekomme. Und ab und an lese ich Blogs, die sich mit nichts anderem beschäftigt als - und jetzt kommt der KNALLER - BLOGS!

Was für eine abgefuckte Scheisse.

Ich sag Euch warum.

  1. Es interessiert keinen Schwanz, was ihr denkt - außer Euch selbst und die, die denken ihr habt recht und die, die denken ihr seid die größten Idioten.
  2. Es interessiert wirklich keinen Schwanz. Wenn ihr auf die Straße zu Aldi geht, dann müsst ihr gottverdammt noch mal genauso wie ich in der Schlange warten und auf dem Klo wischt Ihr Eure Ärsche auch nicht mit Seide ab.
  3. Ihr kommt darauf nicht klar, dass es eigentlich keinen interessiert.

Ich muss sagen, ich finde es gut, wenn Bildblog, DonA., Niggemeier und andere Konsorten die “alten” Medien mal ordentlich zum Kapser machen. Zeigen, dass da halbgare Vollspacken sitzen, die zu wenig Geld bekommen und deswegen keinen Bock haben und Scheisse verzapfen (Ausnahmen ausgenommen). Ich liebe Medienblogs!

Aber wenn die oben genannten Konsorten dann plötzlich WIEDER über Blogs reden - über deren Sinn, Aktzeptanz, der Fülle an Idioten, die Blogger und Journalisten - dann kotze ich!

Und Journalisten kotzen, weil sie plötzlich beobachtet werden. Bisher hat es keinen Schwanz interessiert, was an Leserbriefen reinkam. Wenn Kritik geübt wurde, wenn aufmerksame Lesern, Hörer, Zuschauer Fehler entdecken und in der Leser/Hörer/Zuschauerredaktion anriefen. Ablage P! Der Nutzer sollte das Produkt kaufen, sein Gehirn abschalten und die klappe halten.

Aber jetzt sind es offene Leserbriefe, die die Welt erreichen. Die Medien haben jemanden, der sie beobachtet und öffentlich anzweifelt. Zu Recht! Es wird zu viel Schrott geschrieben und gesendet. Endlich zeigt sich mal, dass wir doch keine reflektionslosen Idioten sind, die alles schlucken, was uns erzählt wird.

Und dann beginnen diese Blogger mit dem selben Scheiss. Sie finden Neu-Blogger langweilig, halten sie für Nachahmer und würden ihnen am liebsten ein Flugticket nach Kambotscha geben um nicht mehr von ihnen belästigt zu werden.

Dieser Film erinnert mich in den ersten 28 Sekunden an etwas aus Ende der 90er/Anfang 00er. CHATTERTREFFEN! Da waren Menschen, die die, die sich jetzt auf Bloggerkonferenzen treffen, damals für Freaks gehalten haben - weil sie damit nicht klar kamen. Unkontrolliertes willenloses Schreiben in irgendwelchen CHATRÄUMEN.

Die Blogger haben keine Chaträume, sie wollen keine gleichwertige Diskussion. Sie wollen, dass ihre Meinung ganz oben steht, weil sie wissen, dass die Kommentare eh kein Schwanz liest.

Das faszinierende: Ich schreibe nun selbst über Blogs. Es war gar nicht so schwer - ich darf in der Anonymität, hinter einem Pseudonym und hinter einem Charakter, den ich kurzfristig erschaffen habe und der in Teilen von meiner echten Meinung abweicht, schreiben, wovon ich denke, dass es mal geschrieben werden sollte.